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Professur für Standorts-
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Erhalt der Flora und Fauna von Trockenstandorten durch Aufwertung von Kiefernwäldern in der sog. „Trockenaue“ am Oberrhein

Zusammenfassung

Ziel dieses Projektes ist die Integration von Naturschutzzielen in die Forst- und Landnutzungsplanung am südlichen  Oberrhein. Besonders berücksichtigt wird das Potenzial der Kiefernforste im Bereich der „Trockenaue“. Die künftige Nutzung dieser Wälder muss (1) die funktionalen Landschaftszusammenhänge einbeziehen, (2) auf bestehende Nutzungen Rücksicht nehmen, (3) Schäden und Kosten zu vermeiden versuchen, und (4) als „differenzierte Landnutzung“ im Sinne von HABER (1971) integrative Lösungen darstellen.
Wir wollen für eine breite Öffentlichkeit überzeugende Lösungen für Naturschutz- zielsetzungen aufzeigen und in einem Pilotvorhaben eine erste Umsetzung in die Wege leiten. Ziel ist ein übertragbares Konzept, das für die künftige Suche nach Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf großer Fläche Modellcharakter besitzt. Eine Vision sind extensiv genutzte silvopastorale Weidesysteme, die in Verzahnung mit naturnäheren Lebensräumen entstehen könnten.

Das Pilotvorhaben wird umgesetzt werden in einem etwa 450 ha großen Gebiet im Bereich der Trockenaue mit Kiefernwäldern, Halbtrockenrasen und Säumen mit einer Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Für dieses Gebiet wollen wir bezahlbare Handlungsoptionen erarbeiten zur (1) dauerhaften Erhaltung der Xerothermlebensräume und zur (2) naturschutzfachlichen Aufwertung der bestehenden Kiefernforsten. Die konkreten Handlungsoptionen für die Kiefernwälder wollen wir in Form von alternativen Szenarien erarbeiten, diese naturschutzfachlich und ökonomisch bewerten, und mit den Akteuren der Region partizipativ und unter Anwendung eines Entscheidungsunterstützungssystems diskutieren. Hinsichtlich der Kiefernwälder sind mehrere Varianten einer künftigen Entwicklung denkbar:

(1) Waldumbau hin zu naturnäheren Artenzusammensetzungen und Waldstrukturen; Weiterführung der Waldbewirtschaftung.
(2) Zulassen der natürlichen Sukzession; die entstehenden Wälder unterliegen im außerregelmäßigen Betrieb („arB“) einer gelegentlichen Nutzung.
(3) Ausweisung als „Schonwald“ und eine extensive Beweidung mit Schafen (und evt. Ziegen).
(4) Schwer verwirklichen lassen dürfte sich die Schaffung einer Winterweide (mit Offenstallhaltung) für die Rinder, die im Sommer die Hochflächen des Schwarzwaldes offen halten, und für die im Winter Alternativen zu suchen wären (das bislang im Schwarzwald weidende Pensionsvieh nimmt an Zahl leider immer mehr ab).

Diese vier (und ggf. weitere) Varianten werden
- hinsichtlich ihrer Realisierungsmöglichkeiten diskutiert;
- die jeweils erforderlichen Nutzungstechniken/Pflegeeingriffe beschrieben;
- die jeweils eintretenden Entwicklungen/Sukzessionen eingeschätzt ;
- sie werden naturschutzfachlich bewertet;
- die Installationskosten und die dauerhaften Folgekosten werden kalkuliert, und
- mit der Bevölkerung und den regionalen Akteuren diskutiert.
       
Das hieraus im Konsens erarbeitete Konzept wird von den Grundstückseignern in Zusammenarbeit  mit Forstverwaltung und Naturschutz umgesetzt.

Poster zum Projekt:    (pdf-format) Informationsposter zur Auftaktveranstaltung  in Grißheim am 24. 02.2005

"Multifunctionality of Landscapes – Analysis, Evaluation and Decision Support (International Conference in Giessen, May 18-19, 2005 Gießen 2005
   
Laufzeit: 07.12.2004 – 06.12.2006
Förderung: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Projektkoordination: Dr. Stefanie Gärtner, Prof. Dr. Albert Reif
Projektbearbeitung: Michael Nill
 

Kooperationspartner:

Institut für Forst- und Umweltpolitik:
(Prof. Dr. H. Essmann)
Institut für Ökosystemforschung (IfÖ):
(Dipl.-Biologin J. Prinz)
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