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Professur für Standorts-
und Vegetationskunde/
Chair of Site Classification and
Vegetation Science
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Die Vegetation in Kalkbuchenwäldern in Abhängigkeit von Standort und forstlicher Nutzung

Zusammenfassung
 
Ziel der vorliegenden Arbeit war die Darstellung der Entwicklung der Bodenvegetation in Kalkbuchenwäldern der Südwestalb in Abhängigkeit von deren Bewirtschaftung dem Bestandesalter und der standörtlichen Trockenheit. Veränderungen der Vegetation aufgrund experimenteller Schirmhiebe verschiedener Intensität wurden dazu in zwei lokalklimatisch unterschiedlichen Kalkbuchenbeständen – einem nordostexponierten Waldgersten- Buchenwald und einem südwestexponierten Seggen-Buchenwald über drei Jahre hinweg verfolgt. Unbehandelte Bestandesbereiche unter gleichen standörtlichen Bedingungen dienten dabei als Referenz. Weitere Bestände wurden im weiteren Umkreis mit Hilfe eines Geographischen Informationssystem ausgewählt. Hangbuchenwäldern auf gebankten Kalken (Weisjura beta) mit unterschiedlicher Exposition und variierender Gründigkeit der Böden beschreiben einen Gradienten hin zu trockenen Standorten mit gleichem Ausgangssubstrat. Aufnahmeschwerpunkt waren die trockenen Standorte. Hier wurden praxisnah bewirtschaftete Bestände unterschiedlichen Alters und Nutzungsintensität untersucht. Vegetation, Struktur und nutzungsbezogene Daten (Durchforstungszeitpunkt, Licht, Baumstubben) wurden erfasst. Die Auswirkungen von Durchforstungen auf die Vegetation konnten so in verschiedenen Bestandesaltern untersucht werden. An den Hängen des Untersuchungsgebietes finden sich je nach Exposition und Gründigkeit unterschiedliche Waldgesellschaften. Auf den mäßig frischen und schattigen Nordosthängen finden sich relativ artenarme Kalkbuchenwälder mit Dentaria pentaphyllos. Waldgersten-Buchenwald findet sich ebenfalls in frischeren Hanglagen. An zunehmend einstrahlungsreichen und flachgründigen Hängen finden sich Seggen-Buchenwälder unterschiedlicher Ausbildung. Blaugras-Buchenwälder besiedeln die trockensten und steilsten Hängen. In den praxisnah bewirtschafteten Seggen-Buchenwäldern weisen jüngere Bestände weniger Arten auf. In diese jungen Seggen-Buchenwäldern konnte sich aufgrund der Entwicklungsgeschichte noch keine reiche Bodenvegetation einstellen. Unterbleibt hier eine Durchforstung für längere Zeit, wird die Einwanderung von Arten und die Entwicklung der Bodenvegetation verzögert. Eine starke Jungbestandspflege kann, nachdem der verdämmende Schlagraum zersetzt ist bereits einen positiven Effekt haben. Stärkere Durchforstungen in Baumhölzern fördern mit einer gewissen Zeitverzögerung die Bodenvegetation in Seggen-Buchenwäldern durch günstigere Lichtverhältnisse. Kurzfristige Effekte von Durchforstungen waren geringere Artenzahlen durch Schädigung der Bodenvegetation und verdämmender Schlagraum. In älteren Seggen-Buchenwälder zeigen Durchforstungen keinen starken und deutlichen Einfluß. Geringe Artenzahlen und Störzeiger wiesen erst kürzlich durchforstete Bestände auf. Blaugras-Buchenwälder waren zum großen Teil durch ihre steile Hanglage aus der regelmäßigen Nutzung genommen. Durch den trockenen Standort und der heterogenen Oberbodensituation sind sie besonders artenreich. Eine dichte und flächige Laubschicht wirkt sich negativ auf die Artenvielfalt der Krautschicht aus. Die Vegetation in den Versuchsbeständen reagierte auf die veränderten Umweltbedingungen induziert durch die Schirmhiebe im Jahr 1999 je nach Stärke des Eingriffs und Lokalklima unterschiedlich. Deckungs- und Artzahlveränderungen waren auf den Versuchsflächen im Waldgersten-Buchenwald höher als im Seggen-Buchenwald. Stör- und Schlagarten können auf dem frischen Standort des Waldgersten-Buchenwaldes die freigesetzten Nährstoffe nutzen. Im trockenen Seggen-Buchenwald ist die Nährstoffmineralisation gehemmt und die Entwicklung einer nitrophilen Schlagflora nicht möglich. Licht- und Trockenheitszeiger profitieren von den besseren Lichtverhältnissen. Die Bodenvegetation in trockenen Buchenwäldern reagiert auf die forstliche Bewirtschaftung, die sich in der Verbesserung der Lichtverhältnisse innerhalb der Bestände zeigt. Dabei spielen die Bestandesgeschichte und die Intensität der Durchforstungen eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse werden mit anderen Untersuchungen verglichen und weitere Faktoren, die einen Einfluß auf die Bodenvegetation in trockenen Kalkbuchenwäldern haben, besprochen.

http://freidok.ub.uni-freiburg.de/volltexte/1140/

Projektförderung: Teilprojekt des SFB 433 der DFG
Projektleitung: Prof. Dr. Albert Reif
Projektbearbeitung: Thomas Paul (Dissertation 2003)
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